Freizeit Tipps für Bopfingen
NATUR PUR
die Bopfinger Heideberge
Diese Berge, zwischen der europäischen Wasserscheide bei Lauchheim und dem Nördlinger Ries gelegen, sind kahl und unbewaldet. Nur einzelne Wachholderbüsche wachsen an den mit Felsen durchsetzten Steilhängen und auf den mageren Rasen der Bergkuppen.
Die Bopfinger Heideberge gehören zu den artenreichsten Biotopen in Mitteleuropa. Eine uralte Kulturlandschaft, die man vergaß zu erschließen, zu kultivieren und aufzuforsten. Und das ist gut so. Die Wachholderheiden befinden sich meist innerhalb der Naturschutzgebiete.
Zusammen mit den Heiden bei Neresheim und im angrenzenden Bayerischen Ries sind es wohl 600 ha, die von drei Schäfern mit zusammen 2.000 Schafen und 50 Ziegen beweidet werden.
Die Heiden, irgendwann im Mittelalter entstanden, sind eigentlich nichts anderes als große Freilichtmuseen, die Abwechslung in die Eintönigkeit der EU-Landschaft (Mais – Raps – Fichtenwald) bringen.
Hüte-Schäferei wird seit 300 Jahren betrieben. Derzeit deckt der Wollpreis nicht einmal die Kosten für die Schafschur (und das zarte Lammfleisch kann sich bei den Germanen gegenüber dem panierten Schnitzel nicht so recht durchsetzen).
"Wer Vater und Mutter nicht ehrt, muss aufs Härtsfeld", hieß es früher. Die Stuttgarter sprechen von der "Rauen Alb", gerne auch von "Schwäbisch Sibirien".
Zugegeben , es gibt hier keine Weinberge und Spargelbeete, dafür viel Platz und viel Gegend, keine Freizeitparks und Rummelplatz, dafür tolle Ski-Lopen und romantische Wanderwege.
Der Literaturnobelpreisträger Hermann Hesse schrieb in seinem Buch "Die Morgenlandfahrt" folgendes:"... so auf jenem Hügel bei Bopfingen, wo ein eisgrauer Geharnischter uns entgegentrat, bei geschlossenen Augen den greisen Kopf schüttelte und alsbald ohne Spur wieder verschwunden war. Wir kehrten auf der Stelle um und haben Bopfingen nicht zu sehen bekommen."Tun Sie das nicht, der "eisgraue Geharnischte" ist nie wieder aufgetaucht.
 
Unkraut vergeht nicht

Adonisröschen und Rittersporn, Klatschmohn und Kornblume sind bekanntlich aus den Hochleistungsäckern verschwunden. Nicht so am Ipf und am Riegelberg. Mit Landwirten wurden sogenannte Extensivierungsverträge für 150 Äcker und Wiesen abgeschlossen, auf denen dann nicht gespritzt und kaum gedüngt wird. Aus den ehemals verhassten Ackerunkräutern wurden die extrem seltenen Ackerwildkräuter – fünfzig Rote-Liste-Arten allein hier am Riesrand. Diese Arten vor dem Aussterben bewahren, scheint absurd. Wer aber einmal dir roten und blauen Farbtupfer zwischen den Getreidehalmen erlebt hat, kann verstehen warum man hier noch einen Rest der bäuerlichen Kultur unserer Vorfahren erhält. Exkursionen zu diesem Thema auf Anfrage.
Für den Raritätensammler: die Anzahl der Arten - eine Auswahl

auf den Heiden Arten

Blütenpflanzen 300
Orchideen 10
Tagfalter 60
Nachtfalter 200
Heuschrecken 20

in den Hecken Arten

Vögel 50
Sträucher 20
Bäume 15

auf den Extensivierungsäckern Arten

Ackerwildkräuter 50
 
Keine heile Welt von Gestern

Auch am Riesrand zerschneiden Straßen die Täler, schwappen Neubaugebiete und Gewerbeansiedlungen in die Landschaft und viele Flüsse wurden leider begradigt.
Doch wenn man den König der Heideberge, den Ipf bestiegen hat – dort wo ständig der Wind bläst – und man die vielen kleinen Dörfer (hundert sollen es sein) tief unten liegen sieht, fühlt man sich zurückversetzt in eine Zeit, in der Hektik Lärm und helles Licht noch unbekannt waren.
 
Sechs Farben im Jahr - die Schlehenhecke

Der dornige Schlehenbusch ist ein Farbwunder. Im Winter kahl und schwarz, wird er im April in voller Blüte weiß wie Schnee. Im Mai zart hellgrün werden die Schlehenblätter im Sommer immer dunkler, um sich im Herbst für wenige Tage gelb zu färben. Sind die Blätter abgefallen, folgt das farbige Finale: bis Weihnachten sind die Büsche glänzend blau, voll von fast kirschgroßen Früchten.
Die Schlehe ist die dominierende Art der hiesigen Hecken. Dazu kommen noch Weißdorn, Berberitze, Pfaffenhütchen und ein gutes Dutzend weiterer Straucharten. Die Hecken gestalten die Landschaft kleinräumig und schön. Alles in allem sind die Hecken bei den Heidebergen fast 40 Km lang.
 
Kein Urwald - aber uriger Wald

Von Bopfingen bis zur Kapfenburg können Sie 12 Km nur durch Wälder wandern. Sie werden wahrscheinlich keinen Menschen treffen und überqueren nur ein einziges Mal eine Ortsverbindungsstraße. Das Forstamt Bopfingen betreibt naturgemäße Waldwirtschaft mit natürlicher Baumverjüngung, ohne Kahlschläge und möglichst vielen verschiedenen Baumarten wie Elsbeere, Wildbirne und Waldkirsche. Am Albtrauf dominieren alte Buchen-Wälder, besonderst eindrucksvoll im Stiftungswals Nördlingen, zwischen Utzmemmingen und Schweindorf.
Für Gruppen veranstalten die Förster Waldführungen.
(Forstamt Bopfingen Tel. 073 62 / 72 50)
 
Weitere Informationen:

Touristikverein Ries – Ostalb
73441 Bopfingen
Marktplatz 1
Tel. 07362-801-22
Fax 07362-801-99
e-mail: tourismus_ADD_bopfingen.de