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Der Ipf, ein Zeugenberg
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| Nähert
man sich Bopfingen, aus welcher Richtung auch immer, fällt einem sofort
der 668 Meter hohe kegelförmige Berg, der Ipf, das Wahrzeichen Bopfingens
ins Auge. Naturräumlich ist der Ipf der östlichste Ausläufer der Schwäbischen Alb und besteht aus Braun- und Weißjuraschichten. Da der Berg landschaftlich und kulturgeschichtlich bedeutend ist, steht er unter Naturschutz. |
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| Siedlungstätigkeiten
auf dem Ipf |
Die Wallanlagen auf dem Ipf | ||
| Die
ersten Zeugnisse einer Siedlungstätigkeit auf dem Ipf reichen zurück bis in die späte Jungsteinzeit (4. Jahrtausend) und in die Frühe Bronzezeit des späten 3. und frühen 2. Jahrtausends. Das Gipfelplateau des Ipf überragt mit seinen 210 Metern die Sechtaniederung und fällt nach Westen, Norden und Süden steil ab. Da lediglich die östliche Flanke des Berges keinen natürlichen Schutz bot, entstanden hier in der Spätbronzezeit (12. - 9. Jh. v. Chr.), während der Eisenzeit (8. - 5. Jh. v. Chr.) sowie in keltischer Zeit (ab dem 5. Jh. v. Chr.) mächtige Wall- und Grabensysteme. |
Der
heutige Zugang zum Gipfelplateau dürfte in etwa dem vorgeschichtlichen entsprechen. Der Weg beginnt (siehe Plan unten) an der Ostflanke des Berges im Bereich der untersten Befestigung (5), führt vorbei am zweiten Wall (4) sowie dem Zwischenwall (3) und erreicht schließlich den Kern der Befestigung, den Randwall (1) um das Gipfelplateau mit dem tiefer gelegten Graben (2). |
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| weitere Informationen: www.fürstensitze.de | |||
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| Topographische
Aufnahme der vorgeschichtlichen Wälle und Befestigungsanlagen des Ipf
auf der Grundlage der Flurkarte durch H. Schiefer, 1960. Die Wallkronen
sind durch schwarze Linien hervorgehoben; die Flächen des Gipfelplateaus
und des befestigten Außenbereichs sind durch Grauraster differenziert
hervorgehoben. Die an der Nordseite des Berges mit A, B und C verzeichneten Trichtergruben dienten der Wasserversorgung. Der abgebildete Plan stammt aus dem Buch "Vom Ipf zum Goldberg", Dr. Rüdiger Krause, Konrad Theiss Verlag Stuttgart 1992, Seite 53. |
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| Ausgrabungen auf dem Ipf | |||
| Die ersten Grabungen auf dem Ipf wurden 1869 von E. Paulus vorgenommen. Dadurch war er in der Lage beweisen zu können, dass die Befestigungen auf dem Ipf aus vorrömischen Zeit stammen mussten und nicht wie angenommen aus der Zeit des Dreißigjährigen Krieges. Im Jahre 1907 und 1908 hat F. Hertlein die ersten wissenschaftlichen Grabungen auf dem Ipf unternommen. Im April 1907 grub Hertlein an drei Stellen des östlichsten Walls (5), an zwei Stellen des mittleren Walls (4) und schließlich untersuchte er zwei kleinere Flächen auf dem Gipfel-plateau. Die Grabungen am Randwall (1) brachten eine Trockenmauer mit Holzeinbauten zu Tage. Am mittleren Wall (4) wurde eine Mauer festgestellt die auf eine Holzstein Technik hindeutet, während an dem äußeren Wall (5) eine Pfostenschlitzmauer entdeckt wurde. Ohne Detailkenntnisse können diese Mauern sowohl der Urnenfelderzeit, der Hallstattzeit als auch der späten Keltenzeit zugeordnet werden. Im September 1908 hat Hertlein erneut das Plateau untersucht um Klarheit über die strati-graphischen Verhältnisse der Siedlungsfläche zu erhalten, konnte aber diesbezüglich nichts feststellen. Was er aber feststellen konnte war die Erkenntnis, dass die Bodenschicht bis zu einer Tiefe von 50 cm mit modernen Funden durchsetzt war. | |||
| weitere Informationen: www.fürstensitze.de | |||
| Funde vom Ipf | |||
| Vom Ipf gibt es leider nur sehr wenige Funde von Aufsammlungen. Hinzu kommen einige Lesefunde. Die Funde der Grabungen F. Hertleins sind heute nicht mehr auffindbar. Hertlein hat aber eine repräsentative Auswahl seiner Funde 1911 in den Blättern des Schwäbischen Albvereins veröffentlicht. (Siehe Abbildung unten) | |||
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Das
Fundspektrum des Ipfs beginnt in chronologischer Reihenfolge mit ein Paar jungsteinzeitlichen Funden, die auf eine frühe Besiedlung hindeuten. Auf eine frühbronzezeitliche Nr. 29 und spätbronzezeitliche Nr. 2,8,12) Besiedlung weisen die oben genannten Funde hin. Der Hallstattzeit können die Funde Nr. 30, 36 zugeordnet werden. Besondere Bedeutung hat eine schwarz gefirniste griechische Scherbe, die vermutlich einer attischen Werkstatt des 6. Jahr-hunderts v. Chr. entstammt und als Importware auf den Ipf gelangte. Der Latenèzeit sind die abgebildeten Stücke Nr. 1-3 zuzuordnen. Eine römische Terra Nigra-Scherbe und eine bronzene Scharnierfiebel, die von Hertlein genannt werden, zählen zu den jüngeren Funden. Spätmittelalterliche und neuzeitliche Funde können auf den Ipftanz (eine Bergfeier, die jährlich da stattfand) und der von 1812 bis 1836 auf dem Berg abgehaltenen Ipfmesse zurückgeführt werden. |
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| Überlegungen zur Bedeutung des Berges | |||
| Eines können
wir vorab festhalten: Bei den Befestigungen auf dem Ipf muss es sich um
eine Anlage mit zentralörtlicher Funktion handeln, zumindest während
der Urnenfelderzeit und der Hallstattzeit. Die erwähnte griechische
Scherbe führte zur Interpretation des Berges als hallstattzeitlicher
"Fürstensitz", ohne großflächige Ausgrabungen
wird aber auch diese These nicht zu beweisen sein. Text: Felix Sutschek M.A. Literatur: Vom Ipf zum Goldberg, Dr. Rüdiger Krause, Konrad Theiss Verlag, Stuttgart 1992 |
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