Stadt Bopfingen wird Eigentümerin des Lederfabrikgeländes

Die Stadt Bopfingen hat noch im alten Jahr 2022 das Lederfabrikgelände erworben. Der Kaufvertrag wurde beurkundet. Seit dieser Woche ist die Stadt eingetragene Eigentümerin. Damit finden jahrzehntelange, teilweise frustrierende und fachlich sehr anspruchsvolle Bemühungen um die Inwertsetzung des etwa 4 Hektar großen Areals für die Stadtentwicklung Bopfingens zunächst ein gutes Ende. „Das war eine kommunalpolitische Generationenaufgabe. Aber wir sind sehr glücklich, dass wir die Sache jetzt zu einem vorläufigen Abschluss bringen konnten“, so Bürgermeister Dr. Gunter Bühler. Das mitten in der Stadt gelegene Grundstück steht nun für weitere Entwicklungen zur Verfügung. Zunächst gilt es aber, das Areal abschließend zu sanieren.

Luftaufnahme des Lederfabrikgeländes Bopfingen

Das ehemalige Betriebsgelände der Lederfabrik Bopfingen GmbH liegt seit über 30 Jahren brach. Zwar wurden alle Gebäude bis zum Jahr 2006 abgebrochen. Allerdings war das Areal nicht nutzbar, da es betriebsbedingt mit Altlasten behaftet war. Aus diesem Grund führte das Land Baden-Württemberg in den Jahren 2006-2008 eine Zwangssanierung des verunreinigten Hauptschadensbereichs durch, nachdem sich die Lederfabrik GmbH in Liquidation befand. Ein jahrelanger und zäher Rechtsstreit zwischen der für die Grundstücke bevollmächtigten Bank und dem Land Baden-Württemberg über die Verhältnismäßigkeit der Zwangssanierung konnte letztendlich im Jahr 2019 durch Urteile des Verwaltungsgerichtshofs Baden-Württemberg beigelegt werden.
 
Die Stadt Bopfingen begleitete die ganzen Jahre die Verfahren um das Lederfabrikgelände, mit dem Bestreben, die Grundstücke für die Stadtentwicklung zu erwerben und entsprechend dem im Jahr 2012 aufgestellten Bebauungsplan der Nutzung für den Gemeinbedarf zuzuführen.

Auch die Grundstücksverhandlungen mit allen am Verfahren Beteiligten dauerten viele Jahre an. Immer wieder mussten dazu dicke Bretter gebohrt werden. Letztendlich konnte im Jahr 2021 eine für die Stadt Bopfingen annehmbare Lösung gefunden werden. „Ich bin allen Beteiligten sehr dankbar, dass wir am Ende einen Weg gefunden haben, der für alle gangbar und akzeptabel war. Jeder musste hier und da nachgeben“, so Dr. Bühler. Letztlich habe die Stadt aber den Willen aller gespürt, die Grundstücke in das Eigentum der Stadt und damit einer gemeinwohlorientierten Verwertung zuzuführen. „Es hat sich schon ein wenig angefühlt, wie ein gordischer Knoten, den wir aber schließlich gemeinsam aufgelöst haben“, so Bühler.  Bopfingen sei Landrat Dr. Joachim Bläse, dem Landtagsabgeordneten Winfried Mack und der Ersten Landesbeamtin des Ostalbkreises Gabriele Seefried für deren Unterstützung sehr dankbar. Großer Dank gebühre auch dem Land Baden-Württemberg für die konstruktive Haltung, den Verantwortlichen der Sparkasse Mühlheim an der Ruhr als Eigentümer und dem Gemeinderat der Stadt Bopfingen für die erforderlichen begleitenden Beschlüsse.
 
Die Stadt Bopfingen hat sich vertraglich gegenüber dem Land Baden-Württemberg verpflichtet, in Folge eine weitere Sanierung über eine chemisch/biologische In-situ-Maßnahme (Bodeninjektion) mit 5-jährigem Grundwassermonitoring im nordöstlichen Bereich des Geländes durchzuführen.
 
Bürgermeister Dr. Bühler: „Dies ist ein weiterer großer Meilenstein in der erfreulichen Entwicklung der Stadt Bopfingen. Es war ein wirklich schwieriger und äußerst komplexer Akt. Die Mühen und die Ausdauer haben sich aber am Ende gelohnt“.

Weitere Informationen:
 
Stadt Bopfingen
Bürgermeister Dr. Gunter Bühler
Tel. 07362 / 80110
Mail: buergermeister@bopfingen.de