Oberdorf liegt am südwestlichen Fuß des Ipfs. Vom Ende des ersten Jahrhunderts
bis ins zweite Jahrhundert befand sich oberhalb des Dorfkerns ein römisches Kastell (Opie), mit einerGröße von ca. 1,7 ha, das zum sogenannten Alblimes gehörte.
Nach Auflassung des Militärlagers blieb die Zivilsiedlung vermutlich bis ins dritte
Jahrhundert bestehen, da sich hier zwei wichtige Römerstraßen kreuzten.
 
           
  Der Ort wurde als "Villa Oberdorf" 1268 zum ersten Mal urkundlich genannt.
Neben anderen Grundherren waren auch die Grafen von Oettingen im Ort begütert.
Um 1700 hatte aber die Reichsstadt Bopfingen den größten Anteil an Grundbesitz.
 
 
     
    Das älteste Bauwerk am Ort ist die
St. Georgskirche, die schon 1317 urkundlich erwähnt wurde. Zwischen 1454 und 1463 wurde sie mehrmals umgebaut und 1890 nach Westen erweitert.
 
           
  Anfang des 16. Jahrhunderts gestatteten die Grafen von Oettingen einigen Juden die Niederlassung in ihrem Ortsteil. Im 17. und 18. Jahrhundert nahm die Zahl der hier ansässigen Juden zu. 1745 erbaute die Jüdische Gemeinde eine Synagoge die heute
noch steht. Eine jüdische Schule und eine Mikwe wurden 1823 eingerichtet.
Einen jüdischen Friedhof gibt es seit 1824. Im Jahre 1838 lebten in Oberdorf 739
Christen und 545 Juden.
 
     
  In der "Reichpogromnacht" wurde die Inneneinrichtung der Synagoge demoliert.
Während des Weltkrieges diente die Synagoge als Schlafstätte für Zwangsarbeiter.
Nach dem Krieg wurde sie als katholisches Gotteshaus und als Lagerraum genutzt.
'Im Jahr 1989 wurde die ehemalige Synagoge vom "Trägerverein ehemalige Synagoge
Oberdorf e. V." gekauft und renoviert.
 
           
  Im Jahre 1993 wurde in der ehemaligen Synagoge eine Gedenk- und Begegnungsstätte eröffnet. Seit 1997 befindet sich in der Synagoge ein Museum zur Geschichte der Juden
im Ostalbkreis.
 
           
    Oberdorf kam 1806 an Bayern, 1810 an Württemberg.
1973 wurde Oberdorf nach Bopfingen eingemeindet.