Archäologie

Über 100 Jahre der archäologischen Forschung sind am Ipf nachvollziehbar. Bereits 1869 fanden unsystematische Grabungen auf dem Plateau statt. Die dort gefundenen Objekte deuten auf Siedlungsspuren der Hallstattkultur hin. Nach Eduard Paulus widmete sich 1907 und 1908 Friedrich Hertlein dem Ipf und seinen Befestigungsanlagen. Der Gymnasiallehrer und Mitarbeiter des Staatlichen Amtes für Denkmalpflege erforschte durch kleinere Sondagen.
Funde auf dem Plateau sowie die Überreste einer Pfostenschlitzmauer deuteten schließlich auf die Befestigung und Besiedlung des Ipf in der jüngeren LaTène-Zeit hin, womit sich der Ipf als keltischer Siedlungsort definieren lies. Mit Unterbrechungen wurden der Ipf und sein Umland in den folgenden Jahrzehnten immer wieder archäologisch untersucht. Dabei ergab sich ein Bild aus verschiedenen Siedlungstypen und den dazugehörigen Gehöften und Gräberfeldern.
Die Luftbildarchäologie, geomagnetische Untersuchungen, hochauflösende LIDAR Scans und diverse naturwissenschaftliche Analysemethoden zeichnen heute ein immer deutlicher werdendes Bild des Machtzentrums um den Ipf. Heute ist nicht mehr nur der Ipf von besonderer wissenschaftlicher Bedeutung, sondern vielmehr auch das Umland.
Zu den engeren Bezugspunkten zählen heute die Rechteckhöfe in den Gewannen Zaunäcker und Bugfeld bei Kirchheim, ebenso Grabhügel mit reichen Grabbeigaben, eine Doppelschanze, sowie eine Viereckschanze bei Bopfingen Flochberg. Wohn- sowie Handwerkssiedlungen zeugen von einer florierenden wirtschaftlichen Subsistenz und untermauern die Definition des Ipf als frühkeltischer Fürstensitz.
Noch heute werden archäologische Untersuchungen am Ipf durchgeführt, denn die Geschichte des Ipf und seiner Siedlungslandschaft ist noch nicht zu Ende erzählt.